Hinweise zum Entdrosseln

Entdrosselung von LeoVinci Auspuffanlagen

Nahezu alle LeoVinci Rollerauspuffanlagen sind über eine - im Krümmer eingesetzte - Reduzierhülse gedrosselt.

Um den Auspuff zu entdrosseln muß lediglich der Schweißpunkt (rot markiert) entfernt werden. Anschließend läst sich die Reduzierhülse mühelos herausnehmen.


Durch das Entfernen dieses trichterförmigen Einsatzes wird diese Drosselung  aufgehoben und die Anlage kann somit als Hochleistungsauspuff für Sportzwecke verwendet werden.

Bitte beachten Sie beim Entfernen der Hülse, daß diese unter keinen Umständen in den Krümmer hineingedrückt werden darf

Tuninghinweise
Um die Leistungssteigerung durch Sportauspuffanlagen und Tuningzylinder optimal ausnutzen zu können, muß die Kraftübertragung korrekt abgestimmt werden. Die Übertragung der Motorleistung moderner Automatikroller geschieht durch Übertragung der Kurbelwellenleistung über Variator und automatische Kupplung an die Endübersetzung. Es gibt bei der Abstimmung der Kraftübertragung keine einzig richtige Lösung, da sie vom Typ des verwendeten Zylinders, des Vergasers, des Fahrzeug- und Fahrergewichtes, sowie vom Fahrstil abhängt. Der VARIATOR stellt eine Kraftübertragung mittels Keilriemen sicher, die aus der vorderen Riemenscheibe (mit Kurbelwelle verbunden) und hinterer Riemenscheibe (mittels Kupplung mit der Endübersetzung verbunden). Durch Öffnen oder Schließen der Riemenscheiben wird das Übersetzungsverhältniss verändert. In der vorderen Riemenscheibe befinden sich Fliehgewichte, die in Zusammenwirken mit einer Feder, in der hinteren Riemenscheibe den Öffnungsgrad der Riemenscheiben und damit das Übersetzungsverhältnis (kurze-lange Übersetzung) bestimmen. Die Fliehgewichte regeln das Übersetzungsverhältnis in Abhängigkeit von der Motordrehzahl. Auch in der KUPPLUNG überwindet, ab einer gewissen Motordrehzahl, die Zentrifugalkraft, die Kraft der Kupplungsfedern und drückt die Kupplungsbeläge an die Kupplungsglocke, um so die Kraft zur Endübersetzung zu übertragen. Die Härte der Kupplungsfedern bestimmt die Höhe der Drehzahl, ab der die Kupplung greift. Die ENDÜBERSETZUNG besteht aus einem Zahnradpaar und kann durch Wechsel dieses Zahnradpaares verändert werden.

Die Funktionsweise der Kraftübertragung kann in 4 verschieden Phasen unterschieden werden.

LEERLAUFPHASE
die Motorleistung wird nicht übertragen, da die Kupplung nicht greift. Durch Austausch der Kupplungsfedern kann bestimmt werden, bei welcher Drehzahl die Kupplung zu greifen beginnt.

BESCHLEUNIGUNGSPHASE
die Kupplung greift, der Variator stellt die kurze Übersetzung her, die Motordrehzahl steigt, die Fliehkraft und somit die Fliehgewichte beginnen die vordere Riemenscheibe zu schließen.

ÜBERGANGSPHASE
die Fliehkraft schließt langsam die vordere Riemenscheibe, so daß der Variator die lange Übersetzung herstellt. Der Übergang auf die lange Übersetzung geschieht bei einer nahezu konstanten Drehzahl, die - will man die maximale Leistung des Motors ausschöpfen - identisch (oder knapp unterhalb) der Drehzahl sein sollte, bei der der Motor seine Höchstleistung abgibt. Abstimmungsmöglichkeiten bestehen hier durch Austausch der Fliehgewichte (leichter-schwerer) und durch Austausch der Riemenscheibenfeder.

HÖCHSTGESCHWINDIGKEITSPHASE
der Variator ist in der Position "lange Übersetzung”, so daß die Drehzahl bis zur Höchstgeschwindigkeit steigt. Die Höchstgeschwindigkeit hängt nicht vom Gewicht der Fliehgewichte oder vom Härtegrad der Riemenscheibenfeder ab.

PRAKTISCHE HINWEISE
angesichts der Vielzahl von Komponenten, die die Kraftentfaltung beeinflussen, empfehlen wir, immer nur eine Komponente auszutauschen und anschließend eine Probefahrt auf einer immer gleichen Teststrecke (z.B. ebene Strecke mit 300 Meter lang) zu machen, wobei die benötigte Zeit mit einer Stoppuhr gemessen werden sollte. Man sollte mit einer Abstimmung immer mehrer Testfahrten machen und die Ausreißer (nach oben oder nach unten) bei den Meßwerten nicht berücksichtigen. Sehr hilfreich bei den Abstimmfahrten ist ein digitaler Drehzahlmesser (Best. Nr. 794600 oder 794500). Der Sportauspuff bewirkt eine Leistungssteigerung und eine Anhebung der Drehzahl, bei der die Höchstgeschwindigkeit erreicht wird. Folglich ist es bei originaler Kraftübertragung notwendig, leichtere Fliehgewichte zu verwenden, um die Kraftverhältnisse dem neuen Drehzahlniveau anzupassen. Auch ist es hilfreich, härtere Kupplungsfedern zu montieren, um eine bessere Beschleunigung aus dem Stand zu erreichen. Extrem leichte Fliehgewichte erhöhen hingegen nicht die Leistung, sondern lassen den Motor in den roten Bereich drehen, verschlechtern die Beschleunigung und erhöhen das Risiko des Kolbenklemmers. Auch die Verwendung einer harten Riemenscheibenfeder verursacht Schäden durch Erhöhung der Reibung und verringert die Lebensdauer des Keilriemens.

FEHLERSUCHE
In der nachfolgenden Tabelle sind einige typische Probleme aufgeführt, die bei der Überarbeitung des Motors auftreten können:

 
Problem: Lösung:
   
Wechseln auf lange Übersetzung vor Erreichen der Höchstleistung,
so daß das Fahrzeug nicht die Höchstgeschwindigkeit erreicht
leichtere Fliehgewichte
Wechsel auf lange Übersetzung erst bei zu hoher Drehzahl:
Motor dreht hoch, hat aber schlechten Anzug.
schwerer Fliehgewichte
Beschleunigungsloch Gedenkminute beim Start mit anschließender korrekter Leistungsabgabe. härtere Kupplungsfeder
Höchstgeschwindigkeit wird nicht erreicht; Motor dreht immer im roten Bereich. längere Übersetzung
Drehzahl-/Leistungseinbruch in hügeligem Gelände oder beim Übergang auf lange Übersetzung kürzere Übersetzung
Überhitzung der Kraftübertragung weichere Riemenscheibenfeder
Keilriemen rutscht durch härtere Riemenscheibenfeder

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